Samstag, 3. Juni 2017

[Rezension] A Torch against the Night (Sabaa Tahir)





Titel (D): Elias & Laia - Eine Fackel im Dunkel der Nacht 
♥ Reihe: Band 2/4 ?
♥ Autorin: Sabaa Tahir
♥ Verlag: Penguin Teen/ Razorbill
♥ Preis: ca 14€ (HC)
♥ Erscheinungsjahr: 2016
♥ Seiten: 464
♥ Genres: Fantasy, Jugendbuch


Nachdem ich bereits den ersten Band verschlungen hatte, musste ich auch unbedingt schnell den zweiten lesen. Achtung! Die Rezension könnte Spoiler zu Band 1 enthalten.

-> Rezension zu Band 1





Cover: Penguin Teen

I feel bereft. Destroyed. As if everyone and everything I care about has been ripped from my arms and cast into the ether. The creature's gaze is a writhing abyss, and as my sight goes red and I stagger back into the wall, I realize I am not staring into his eyes. I am staring into my future.
(S. 70)

As long as there is life, there is hope.
(S. 189)


After the events of the Fourth Trial, Martial soldiers hunt the two fugitives as they flee the city of Serra and undertake a perilous journey through the heart of the Empire. Laia is determined to break into Kauf — the Empire’s most secure and dangerous prison—to save her brother, who is the key to the Scholars' survival. And Elias is determined to help Laia succeed, even if it means giving up his last chance at freedom.

But dark forces, human and otherworldly, work against Laia and Elias. The pair must fight every step of the way to outsmart their enemies: the bloodthirsty Emperor Marcus, the merciless Commandant, the sadistic Warden of Kauf, and, most heartbreaking of all, Helene — Elias’s former friend and the Empire’s newest Blood Shrike. Bound to Marcus's will, Helene faces a  torturous mission of her own — one that might destroy her: find the traitor Elias Veturius and the Scholar slave who helped him escape... and kill them both.

Text: Penguin Teen


Auch beim zweiten Band habe ich mich wieder für die großformatige Hardcover-Variante von Penguin Teen entschieden. Diese passt perfekt zum ersten Band und ist ein toller Blickfang im Regal. Das Cover ist wieder sehr hübsch geworden, besonders die Farben finde ich toll. Das Motiv gefällt mir allerdings bei Weitem nicht so gut wie das von An Ember in the Ashes - an dieses kleine Meisterwerk kommt aber auch so schnell nichts ran. ♥ Für den Schutzumschlag ist eine rauere Beschichtung gewählt worden und die Schrift glänzt leicht metallisch - sehr schick. Nur von der Qualität des Buches bin ich doch sehr enttäuscht, besonders von der des Papiers. Die einzelnen Seiten sind nicht sauber getrennt worden, sondern variieren in ihrer Größe und sehen teilweise aus wie abgerissen! Außerdem ist das Buch nicht gut gebunden und ich musste vor dem Lesen hartnäckige Klebereste entfernen. Dies war schon beim ersten Band der Fall.


A Torch against the Night setzt unmittelbar nach den Ereignissen aus Band 1 an. Elias und Laia sind auf der Flucht und müssen einen Weg aus der Stadt finden, jedoch fühlte sich der Einstieg, wie schon beim ersten Band, ein wenig langsam an, obwohl eigentlich sehr viel passiert. Ich musste einfach erst wieder in die Geschichte hineinfinden. Nach wenigen Kapiteln war mir das aber gelungen und ich konnte wieder vollständig in die faszinierende Wüstenwelt Serras eintauchen... Während wir An Ember in the Ashes aus den Perspektiven von Elias und Laia erlebt haben, kommt mit Band 2 noch Helenes Sicht dazu, was ich unglaublich spannend fand! Dadurch spielt sich die Stoy gleich an mehreren Orten ab und die zahlreichen Perspektivwechsel bringen ordentlich Tempo in die Geschichte. Fast alle Kapitel enden mit einem kleinen bis schwerwiegenden Cliffhanger und man muss in den meisten Fällen erst die nächsten zwei Kapitel aus der Sicht der anderen beiden Charaktere lesen, um zu erfahren, wie es weitergeht. Das hat mir so manche schlaflose Nacht beschert. :D

Der Weg nach Kauf ist voller Gefahren, die den ungleichen Reisegefährten alles abverlangt. Für meinen Geschmack war es zwar ein wenig zu viel Herumgereise, aber ich fand es auch spannend, Sabaa Tahirs Welt weiter erkunden zu dürfen. Nur die bedrohliche Umgebung von Blackcliff habe ich schmerzlich vermisst, da sie für mich einfach den besonderen, atmosphärischen Reiz des ersten Bandes ausgemacht hat. Dafür bietet das Buch andere spannende Entwicklungen, die mich fesseln und restlos begeistern konnten. Die Geschichte wird zunehmend fantasievoller, denn der Fantasyaspekt kommt immer mehr zum Tragen. Zudem sind es Geheimnisse, ein Netz aus Intrigen und Machtspiele, die die Spannung noch weiter entfachen. Der zweite Teil ist noch ein gutes Stück düsterer, komplexer und erschreckender als der erste. Man fiebert mit den Charakteren mit, leidet mit ihnen und so zerrissen mir einige Ereignisse geradezu das Herz. Gegen Ende nimmt die Spannung dann noch einmal ordentlich zu, vor allem durch einige heftige Plottwists, die mich wirklich erschüttert zurückgelassen haben.


Die Charaktere waren schon im ersten Buch ein großer Pluspunkt, aber sie machen auch weiterhin eine beeindruckende Entwicklung durch. Jeder hat sein eigenes Päckchen zu tragen, mit Tod, Verlust und vor allem Schuld zu kämpfen. Obwohl die drei Protagonisten ihre persönliche Hölle durchleben, kämpfen sie trotzdem weiter für das, was ihnen wichtig ist: Die Menschen um sie herum. Alle drei sind unglaublich starke Persönlichkeiten, aber gleichzeitig unglaublich menschlich. Elias finde ich noch immer einfach toll, aber auch Laia wächst mir nun immer mehr ans Herz. Sie ist sehr mutig und wächst noch weiter über sich hinaus.

Mein persönlicher Liebling  ist allerdings Helene, die ich schon im ersten Band faszinierend, weil undurchschaubar, fand. Ihre Sichtweise hat mir am besten gefallen, da man nun endlich mehr über sie, ihre Ansichten und Beweggründe erfährt. Auch ihre Familie lernt man näher kennen. Als Blood Shrike (Blutgreif) steckt sie in einem inneren Konflikt zwischen Pflicht und Moral, richtig und falsch. Wem sollte ihre Loyalität gelten? Dem Imperium? Ihrem einstigen besten Freund Elias? Oder ihrer Familie? Helene ist eine innerlich zerrissene junge Frau, mit der man einfach mitleidet und in Anbetracht ihrer Stärke den Hut ziehen muss, denn ihre Charakterentwicklung ist wirklich großartig und setzt dem Buch die Krone auf.

Natürlich entwickeln sich auch die möglichen Liebesbeziehungen zwischen den Charakteren weiter, aber diese nehmen auch im zweiten Teil nicht allzu viel Raum ein. Was das "Liebeswirrwarr" angeht, habe ich meine Meinung mit diesem Band allerdings komplett geändert! Durch neue Charaktere und einige ungeahnte Wendungen werden die Karten neu gemischt und weisen in eine Richtung, mit der ich mich wirklich anfreunden könnte.^^


Der Schreibstil hat mir wieder unglaublich gut gefallen. Sabaa Tahir schafft es, die Welt von Serra mit ihren bildhaften Beschreibungen zum Leben zu erwecken, sodass ich innerlich einen richtigen Film vor Augen hatte. Wieder steckt ihre Sprache voller Emotionen, Metaphorik und Schönheit. Ich bin wirklich froh, die Reihe auf Englisch zu lesen, denn ich habe die Worte praktisch in mich aufgesogen, so begeistert bin ich davon. Einfach jedes Wort sitzt am richtigen Platz, nichts ist aufgesetzt, auch nicht die Dialoge, die unglaublich tiefgründig sind und noch lange in meinem Kopf nachhallen werden. Am ehesten vergleichen würde ich Tahirs Art zu schreiben wohl mit Renée Ahdieh, die ich ebenfalls als eine Meisterin der Worte ansehe.


Eine Fortsetzung, die dem ersten Band in nichts nachsteht. Der Fokus der Geschichte liegt meiner Meinung nach ein bisschen zu stark auf der Reise, dagegen fand ich viele andere Dinge noch ein Stück weit mehr gelungen als im ersten Band. Besonders gefallen haben mir die vielen Twists und die enorme Entwicklung der Charaktere. Ich zähle die Reihe mittlerweile zu meinen absoluten Lieblingen und bin schon richtig gespannt, wie es wohl im dritten Teil weitergeht!






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