Mittwoch, 16. August 2017

[Rezension] Selection - Die Elite (Kiera Cass)







♥ OT: The Elite
♥ Reihe: Band 2/3 + Folgereihe
♥ Autor: Kiera Cass
♥ Verlag: Sauerländer
♥ Preis: 16,99€ (HC)
♥ Erscheinungsjahr: 2014
♥ Seiten: 384
♥ Genres: Jugendbuch, Dystopie, Liebesroman


Den ersten Band habe ich schon vor längerer Zeit gelesen und seitdem die restlichen Bände im Regal stehen. Wurde also langsam mal Zeit, die Reihe endlich vom SuB zu befreien.^^

-> Rezension Band 1

Cover: Sauerländer


Achtung! Die Rezension enthält möglicherweise Spoiler zu Band 1!



Von den 35 Mädchen, die um die Gunst von Prinz Maxon und die Krone von Illeá kämpfen, sind mittlerweile nur noch 6 übrig. America ist eine von ihnen, und sie ist hin- und hergerissen: Gehört ihr Herz nicht immer noch ihrer großen Liebe Aspen? Aber warum hat sich dann der charmante, gefühlvolle Prinz hineingeschlichen? America muss die schwerste Entscheidung ihres Lebens treffen. Doch dann kommt es zu einem schrecklichen Vorfall, der alles ändert. Maxon oder Aspen? Aspen oder Maxon?

Text: Sauerländer


Das Cover des zweiten Bandes erstrahlt in einem satten Orangerot und fügt sich sehr gut ins Gesamtbild der Reihe ein, auch wenn ich persönlich es nicht ganz so schön finde wie die anderen. Die Form des Kleides, die Frisur und der Blick des abgebildeten Mädchens entsprechen einfach nicht ganz meinem Geschmack, aber den Spiegeleffekt im Hintergrund finde ich dafür wieder umso mehr gelungen. Die Abbildung des Mädchens findet sich außerdem ein zweites Mal in voller Größe auf dem Buchrücken wieder, was im Regal ein absoluter Blickfang ist.





Als ich zum Buch griff, habe ich mir zunächst ein wenig Sorgen gemacht, denn es ist doch schon recht lange her, dass ich Band 1 gelesen habe. Diese Sorgen waren allerdings absolut unbegründet. Schon nach wenigen Kapiteln war ich wieder komplett in der Geschichte angekommen. Hier und da werden einige kurze, wohlplatzierte Rückblenden eingestreut, mit deren Hilfe ich mich schnell zurechtfinden konnte. Das Buch liest sich einfach unglaublich leicht und ist mit seiner Geradlinigkeit nicht wirklich komplex. Dadurch hat mir anfangs leider die Tiefe gefehlt, das legte sich jedoch im Verlauf der Geschichte immer mehr und ich konnte stellenweise endlich mit den Charakteren mitfühlen. Selection ist meiner Meinung nach einfach nicht das tiefgründigste Buch aller Zeiten, eher was nettes für zwischendurch. Als einen großen Pluspunkt sehe ich allerdings die unglaubliche Sogwirkung, die die Reihe auf den Leser ausübt. Auch Band 2 ist wieder sehr fesselnd und macht einfach nur süchtig, so ist es wirklich kein Wunder, dass ich ihn, wie schon den ersten Band, in nur zwei Tagen durchgelesen hatte.

Es passiert so einiges, von mir aus hätte die Handlung aber ruhig noch etwas rasanter ausfallen und an Tempo zulegen  können. Stattdessen dreht sie sich an vielen Stellen leider ein bisschen im Kreis und entwickelt sich teilweise etwas unnachvollziehbar oder konstruiert. Dafür gefiel es mir sehr, dass der Wettbewerb rund um Prinz Maxon ein bisschen in Schwung kommt und immer mehr politische Aspekte einfließen, was das Leben im Palast etwas realitätnäher erscheinen lässt. Das Augenmerk entfernt sich ein wenig vom Glamour des Palastlebens und richtet sich umso mehr auf die Pflichten, die man als Mitglied des Hofes zu tragen hat. Auf die verbliebenen sechs Kandidatinnen wird zunehmend Druck ausgeübt, um festzustellen, wer wirklich für die Rolle der Prinzessin geeignet ist. Dazu kommen einige Geheimnisse ans Licht und man spürt immer deutlicher, dass Intrigen im Hintergrund gesponnen werden. Insgesamt würde ich aber auch Band 2 eher als dramatischen Liebesroman mit dystopischem Setting bezeichnen, inklusive einiger Rebellenangriffe und kindischer Hennenkämpfe á la Bachelor. Obwohl die Politik und sozialen Ungleichheiten in diesem Band schon eine größere Rolle spielen, sollte man also keine perfekt ausgearbeitete, klassische Dystopie erwarten.


Weiterhin mag ich America leider nicht so besonders. Auf mich wirkt sie irgendwie so überheblich und abgehoben, obwohl sie doch aus ärmlichen Verhältnissen stammt. Ihre Freundin kann nach einer Woche noch nicht perfekt Klavier spielen? Wie furchtbar! Sie macht abwechselnd mit zwei Männern rum, aber darf Maxon eine andere Frau auch nur anschauen? Nein! Americas Verhalten und diese Dreiecksliebesgeschichte waren einfach so gar nicht meins. Sie hält ihre beiden Verehrer ständig nur hin und möchte sich mehr Zeit erkaufen, denkt aber gar nicht richtig darüber nach, ob sie jemanden damit verletzt. Ständig scheint ihr plötzlich klar zu werden, wen sie wirklich liebt, nur um einige Seiten später wieder alles über den Haufen zu werfen und in den Armen des jeweils Anderen zu liegen. Gegen Ende des Buches hat mich das einfach nur noch genervt die Augen verdrehen lassen. Auf der anderen Seite durchläuft America aber auch eine durchaus positive Entwicklung: Sie fängt an sich immer mehr für die niedrigen Kasten einzusetzen, die Menschen zu einem Umdenken gegenüber der Kluft zwischen Arm und Reich zu bewegen.

Maxon dagegen mag ich sehr. Er bekommt in diesem Band sehr viel mehr Tiefe und der Sinn seiner Handlungen und Entscheidungen erschließt sich dem Leser im Laufe der Geschichte. Dennoch finde ich es schon mies von ihm, mit mehreren Mädchen gleichzeitig etwas anzufangen, obwohl er sich mit America angeblich doch so sicher ist. In diesem Verhaltensmuster, dass schon sehr an die Serie Der Bachelor erinnert, sind sich Maxon und America wohl sehr ähnlich.^^ Aspen scheint wirklich ein guter Mensch zu sein, allerdings ist er mir persönlich einfach nicht wirklich sympathisch. Er liebt America bedingungslos und wartet auf sie, verlangt aber zu keinem Zeitpunkt endlich eine Entscheidung von ihr. Das Problem mit den Charakteren ist irgendwie, dass niemand weiß, was er oder sie wirklich will. Ich für meinen Teil weiß aber, was ich will - nämlich, dass America am Ende mit Maxon zusammenkommt, weil ich die beiden einfach süß zusammen finde und glaube, dass America als Königin von Illeá sehr viel bewegen könnte.

Was die Nebencharaktere angeht, sind diese leider auch im zweiten Band ziemlich blass geraten. Marlee ist einfach die gutmütige beste Freundin, Kris ein netter Beste-Freundin-Ersatz, Elise zurückhaltend und einflussreich, während Celeste die Rolle des rücksichtslosen Biests der Geschichte einnimmt. Die letzte Kandidatin im Bunde hat so wenig Persönlichkeit, dass ich sogar ihren Namen verdrängt habe. Ich erinnere mich nur, dass es eigentlich noch ein sechstes Mädchen gab. :D Wen ich aber ganz toll finde, ist Americas Vater, der sie einfach in allen Lebenslagen unterstützt.


Kiera Cass schreibt wie gewohnt locker-flockig und flüssig. Einen außergewöhnlichen Stil oder großartige Details sollte man nicht erwarten, aber man kann das Buch einfach gut weglesen. Der Schreibstil ist temporeich, bildhaft und passt perfekt zur Geschichte, ohne dass es jemals langweilig wird. Außerdem haben mir wieder die Dialoge zwischen Maxon und America besonders gefallen, denn diese gestalten sich meist amüsant und humorvoll, manchmal auch herzzerreißend und emotional.


Die Elite ist eine würdige Fortsetzung, die man kaum aus der Hand legen kann. Spannend und romantisch geht es mit America und Maxon weiter, wenn auch etwas clichéhaft und vorhersehbar. Leider hat mir ein wenig die Tiefe gefehlt und das Liebesdreieck (+) entspricht nicht so ganz meinem Geschmack. Daher empfehle ich die Bücher weiterhin allen Fans von Castingshows und zum Abschalten für zwischendurch und freue mich schon auf den letzten Band der ersten Trilogie. ;)






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Anmerkung: Zitate werden nachträglich eingefügt

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